Sesslach

=== Bis zum 19. Jahrhundert ===
Nach der Zerschlagung des Thüringer Reiches (531) wurde der [[Grabfeld]]gau durch fränkische Bauern besiedelt. Aus dem Osten drangen auch [[Slawen|slawische]] Siedler auf der Flucht vor ihren [[Awaren|awarischen]] Bedrängern in das Gebiet des Obermains vor. Noch im 11. Jahrhundert waren zahlreiche Slawen in [[Franken (Region)|Franken]] noch nicht christianisiert. Als [[Urpfarrei]]en des [[Bistum Würzburg|Bistums Würzburg]] wurden u. a. [[Baunach]], [[Pfarrweisach]] und Seßlach angelegt. Der Schutzpatron Seßlachs, der heilige [[Johannes der Täufer]], verweist als Missionsheiliger auf die Funktion der Pfarrei als Stützpunkt der [[Slawenmission]]. 1007 wurde das [[Bistum Bamberg]] im Slawengebiet begründet.

Die erste urkundliche Erwähnung der beiden Ansiedlungen auf dem Kirchhügel und dem Geiersberg war im Jahr 800 n. Chr. Die Äbtissin Emhild des [[Kloster Milz|Klosters Milz]] übertrug in diese

 

r Urkunde der [[Abtei Fulda]] die Milzer Güter in „Duo Sezelaha“ zusammen mit dem übrigen Klosterbesitz.

Bereits 837 wurde in einer weiteren Urkunde von „Sezzilahono marca“ gesprochen, als Gaugraf Asis, ein Enkel [[Karl der Große|Karls des Großen]], seine Besitzungen ebenfalls der Abtei Fulda vermachte.

Nachdem der Würzburger Bischof 1120 durch Kaiser [[Heinrich V. (HRR)|Heinrich V.]] mit dem [[Herzogtum Franken]] belehnt worden war, bestimmte man Seßlach zum Amtssitz und [[Zentgericht]]. 1154 erschien ein Hugo von Sezzelah als würzburgischer Dienstmann auf der Burg Geiersberg über dem Ort. Die Burg dürfte also um 1120/30 entstanden sein.

1223 wurde die Siedlung als „Sezzelaha“ in einer Urkunde genannt. Sie wurde 1244 in einem Konflikt zwischen Herzog [[Otto II. (Meranien)|Otto VIII. von Meran]] und dem [[Hochstift Würzburg]] zerstört.

1335 verlieh Kaiser [[Ludwig IV. (HRR)|Ludwig der Bayer]] der Civitas das Stadt- und Befestigungsrecht nach dem Muster der Stadt [[Gelnhausen]]. Die Nachbarstadt [[Ebern]] wurde gleichzeitig in dieser Weise aufgewertet.

1399 schlossen sich die Seßlacher Bürger dem Elfstädtebund gegen das [[Hochstift Würzburg|Würzburger Hochstift]] an. Die Städte versuchten damals, sich von der Abhängigkeit vom Hochstift zu lösen und den Status der [[Reichsunmittelbarkeit]] zu erlangen. Dieses Bündnis wurde 1400 in der [[Schlacht von Bergtheim]] zerschlagen. Maßgeblichen Anteil an der Niederlage des Städtebundes hatten die etwa 60 Ritter und [[Edelknecht]]e aus den benachbarten [[Haßberge]]n.

Auch die Beteiligung der Bürgerschaft am [[Deutscher Bauernkrieg|Bauernkrieg]] von 1525 endete tragisch. Der Würzburger Bischof [[Konrad II. von Thüngen|Konrad]] ließ fünf Rädelsführer auf dem Marktplatz enthaupten, nachdem er bereits am selben Tag im nahen Ebern elf Mann gerichtet hatte.

Während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] kam es zu mehreren Plünderungen und Brandschatzungen. Bei der Erstürmung der Stadt durch die kaiserlichen Truppen waren neben vielen Verletzten auch sechs Tote zu beklagen (1640). Die eigentlich verbündeten Soldaten hatten die Stadttore verschlossen vorgefunden.

In der Zeit der [[Koalitionskriege|Napoleonischen Kriege]] hatte Seßlach unter zahlreichen Einquartierungen und Truppenaushebungen zu leiden. 1802 wurde das Hochstift Würzburg [[Säkularisation in Bayern|säkularisiert]]. Seßlach kam über das [[Großherzogtum Würzburg]] schließlich 1810 zum [[Königreich Bayern]]. 1812 wurde das [[Landgericht Seßlach|königliche Landgericht]] (ab 1879 [[Amtsgericht Seßlach]] im [[Landkreis Staffelstein|Bezirksamt Staffelstein]]) eingerichtet. Im Jahr 1840 hatte Seßlach 665 Einwohner.<ref name=“dippold1990″>Thomas Gunzelmann: “Die Kulturlandschaft um 1840“. In: Günther Dippold: “Im oberen Maintal auf dem Jura an Rodach und Itz.“ Selbstverlag der Kreissparkasse Lichtenfels, Lichtenfels 1990, S.&nbsp;75.</ref> In Seßlach ist seit dem Jahr 1361 ein mittelalterliches [[Leprosorium]] auf einem „mons leprosorum“ nachweisbar, das Nikolaus geweiht war. Später war von dem Leprosorium noch eine Siechkapelle erhalten.<ref> [http://www.muenster.org/lepramuseum/tab-bay.htm Dokumentation: Mittelalterliche Leprosorien im heutigen Bayern, ursprünglich in „Die Klapper“ 1995, Zeitschrift der Gesellschaft für Leprakunde, abgerufen 12. August 2017] </ref>