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Autenhausen

Autenhausen wurde vor 956 erstmals urkundlich im Rahmen eines Gütertauschs des Würzburger Bischofs Poppo und des Fuldaer Abts Hadamar erwähnt.[2] Der Ort war zusammen mit seiner Filiale Gleismuthhausen als Schenkung an das Kloster Fulda gekommen. Ab dem 13. Jahrhundert kam er in den Besitz der Zisterzienser von Kloster Langheim im Bistum Bamberg und verschiedener Adelsgeschlechter, zuletzt der Freiherren von Lichtenstein-Lahm und von Stein zu Altenstein, verwaltet durch das Klosteramt in Tambach. Im Laufe der Geschichte lassen sich verschiedene Ortsbezeichnungen des wegen seiner Klosteranbindung „Mönchsdorf“ genannten Autenhausens ausmachen: „Atinhuson“, „Altenhusyn“, „Altungehuson“ und „Alterhuson“, nach 1450 und ab dem 17. Jahrhundert durchgängig „Autenhausen“.

Als Filiale der Pfarrei Seßlach im Bistum Würzburg wurde Autenhausen 1590 eine eigene Pfarrei. Sie bildete zwischen den Bistümern Würzburg und Bamberg, in dessen Territorium das Kloster Langheim lag, einen Zankapfel, bis das Reichskammergericht in Speyer im April 1617 entschied, dass der Klosterhof Tambach mit all seinen Dörfern (neben Autenhausen die Mönchsdörfer Neundorf, Altenhof, Witzmannsberg, Krumbach, Oberelldorf und Rothenberg) und Untertanen „fortan von Würzburg gelöst“ sei und zu Bamberg gehöre. Autenhausen unterstand auf weltlichem Gebiet nun nicht mehr dem Würzburger Vogt von Seßlach, blieb aber Würzburger Pfarrei. Erst am 26. August 1828 wurde die Pfarrei Autenhausen mit Gleismuthhausen endgültig dem Erzbistum Bamberg zugeordnet.

Nach der Säkularisation, in der auch das Kloster Tambach aufgelöst wurde, gehörte Autenhausen kurze Zeit zu Bayern und dann zur neu gebildeten Grafschaft Ortenburg-Tambach (mit Sitz auf Schloss Tambach). Diese gehörte ab 1806 zum Großherzogtum Würzburg, das 1814 wieder bayerisch wurde, während die Grafen bis 1848 Grundherren blieben. 1845 stattete Graf Franz Carl Ortenburg-Tambach mit seiner Frau Autenhausen einen Besuch ab.

1828 verfügte die jüdische Gemeinde von Autenhausen über eine Synagoge und eine Mikwe (heute Ruine) und eröffnete eine jüdische Grundschule. 1839 wurde an einer Anhöhe rechts der Straße in Richtung des heutigen Seßlacher Ortsteils Gemünda der jüdische Friedhof angelegt. Zu dieser Zeit betrug der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Autenhausen circa ein Viertel. Die letzten beiden jüdischen Familien verließen 1923 nach einem brutalen Überfall durch Nationalsozialisten ihre Heimat. Die Synagoge wurde verkauft und abgerissen.

1933 hatte Autenhausen 294 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in den Ort Flüchtlinge und Vertriebene insbesondere aus den Ostgebieten eingewiesen, die in der Folgezeit mehrheitlich wieder abgewandert sind. Der damalige katholische Ortspfarrer Josef Fußeder, der 1944 bis 1964 in Autenhausen wirkte, setzte sich sehr für die Einquartierten ein.

Durch die nahe innerdeutsche Grenze war der Ort während der Zeit des Kalten Krieges und des Eisernen Vorhangs bis 1989 von seinem thüringischen Hinterland abgeschnitten. An der Straße zwischen Autenhausen und Lindenau erinnert noch ein Grenzstein an die ehemalige Grenze zur DDR.

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Staffelstein aufgelöst. Seitdem liegt Autenhausen im Landkreis Coburg. Im Zuge der bayerischen Gebietsreform verlor Autenhausen am 1. Mai 1978 seine Selbstständigkeit als Gemeinde und wurde ein Gemeindeteil der Stadt Seßlach.[3]