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StadtratsbeschlussSeßlach erhöht die Wassergebühren

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Erhebliche Kosten für Unterhalt und Sanierung der Wasserversorgung werden an die Bewohner weitergegeben. Die Teuerung auf zwei Jahre zu strecken findet keine Mehrheit.

Erstmals nach zweijähriger Coronapause wurde eine Seßlacher Stadtratssitzung am Dienstagabend von der Schulturnhalle wieder in den Rathaussaal verlagert. Für Diskussionsbedarf sorgte die zum 1. Juli geplante Erhöhung der Wassergebühren für Seßlach und seine Stadtteile. Mit 13 Ja- und drei Gegenstimmen erhielt eine vom Haupt- und Finanzausschuss vorberatene Satzung den Zuschlag.

Die Grundgebühr wird für einen jährlichen Verbrauch von bis zu fünf Kubikmetern Wasser von derzeit 75 Euro um 15 Prozent auf 90 Euro angehoben. Für die Abnahme von über fünf Kubikmetern kommt statt 95 Euro künftig ebenfalls eine 15-prozentige Steigerung auf 110 Euro zum Tragen.

Sonderregelung für Rothenberg

Die Verbrauchsgebühr erhöht sich von 1,64 Euro pro Kubikmeter um 0,27 Euro auf 1,91 Euro. Eine Sonderregelung gilt für den Stadtteil Rothenberg. Hier steht ab dem 1. Juli anstelle von 1,70 Euro, eine Preissteigerung von 0,50 Euro pro Kubikmeter auf 2,20 Euro zu Buche. Vor dieser Entscheidungsfindung brachte Vorsitzender Marcus Werner von der CSU-Fraktion eine Splittung der Gebührenerhöhung auf die Jahre 2022 und 2023 ins Gespräch. Sein Antrag wurde mit drei zu 16 Stimmen abgelehnt.

„Wasser ist das wertvollste Gut, das wir besitzen“, betonte Rathauschef Maximilian Neeb in seinen Ausführungen. In puncto Wasserversorgung habe die Flächengemeinde Seßlach mit einem Straßennetz und circa 56 Kilometern ein großes Terrain zu versorgen. Das werfe erhebliche Kosten für Unterhalt und Sanierungsmaßnahmen auf. Den finanziellen Fehlbedarf für den Zeitraum von Anfang 2018 bis 2022 bezifferte er auf fast 58 000 Euro. „Wir müssen unsere Einnahmequellen in Form von Gebühren ausschöpfen und dürfen nicht Defizite vor uns herschieben“, ließ er durchblicken.

Mehrkosten in anderen Bereichen

Die Mehrheit des Ratskollegiums schloss sich diesem Argument an. „Es gilt, rechtzeitig zu reagieren und zu handeln, bevor sich ein ganzer Berg Verbindlichkeiten anhäuft. Der gut gemeinte Wille, die Anpassung der Gebühren auf zwei Jahre aufzuteilen, verpufft deshalb“, meinte Volker Leffer von den Freien Wählern. Im Hinblick auf in naher Zukunft zu erwartende Mehrkosten in anderen Bereichen der Energieversorgung argumentierte sein Fraktionskollege Axel Dressel: „Eine Verlagerung von Problemen in die Zukunft wäre falsch.“

Einstimmig angenommen wurde ein Antrag der Interessengemeinschaft „Rettet die Nachtigall“, die Heckenpflege im Stadtgebiet weiterhin durch die örtlichen Jagdgenossenschaften ausführen zu lassen. Gebilligt wurde die 2. Änderung des Bebauungsplanes „Lindachsteig – Nord IV“ in der Seßlacher Siedlung.

Das Stadtoberhaupt teilte mit, dass das Regionalbudget der Initiative Rodachtal Projekte von Seßlacher Vereinen und Gruppierungen in diesem Jahr mit Fördermitteln in Höhe von 30 000 Euro bezuschusst.

Eine wichtige Infrastrukturmaßnahme für den reibungslosen Betrieb der Freibadsaison auf der Freizeitanlage Autenhausen wurde getroffen. Ab dem 1. Juni ist der dortige Kiosk verpachtet.

2. Bürgermeisterin Renate Schubart-Eisenhardt (CSU) kündigt an, dass am 10. Mai vor Ort eine Besprechung mit Vertretern des Amtes für Ländliche Entwicklung stattfindet. Es gilt im Rahmen des „Projektes bodenständig“ neue Wege im Boden- und Gewässerschutz aufzuzeigen, um Bodenerosion und Nährstoffeinträge zu verhindern. Martin Mittag (CSU) wies in diesem Zusammenhang auf die mögliche Verbesserung des Hochwasserschutzes im Stadtgebiet hin.