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Mit Kronkorken und Schraubverschlüssen aus Aluminium krebskranken Kindern helfen

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Die Aktion startete Stefan Rambacher aus Zell bei Knetzgau Anfang des Jahres. Der Erlös, den er am Ende erzielt, soll der „Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg“ zugutekommen: Bis Ende Dezember möchte Rambacher dafür mindestens fünf Tonnen Kronkorken und Schraubverschlüsse aus Aluminium sammeln.

Zu den vielen Unterstützern, die Rambachers Idee bereits in Unter- wie Oberfranken findet, zählen auch die Klasse 8b sowie die Schülermitverwaltung der Grund- und Mittelschule Seßlach. Über die sozialen Medien hatte Klassenlehrer Thomas Schütz von der Sammlung erfahren. „Das wäre doch etwas für meine Klasse“, habe er gedacht, berichtet Schütz. Als er das Ganze dann vorstellte, seien alle begeistert gewesen: „Sie sprudelten nur so vor Ideen, und ein Schüler hat gleich mit Hilfe seines Vaters zwei Mülltonnen organisiert. Am Nebeneingang der Schule, auf Höhe des Zebrastreifens über die Coburger Straße, wurden die Sammeltonnen aufgestellt. In eine Tonne können Mitstreiter Kronkorken von Bier und Limonadeflaschen, in die andere Schraubverschlüsse von Saft, Wasser und Weinflaschen werfen. „Allerdings nur solche aus Aluminium. Schraubdeckel aus Kunststoff werden nicht gesammelt“, erläutert der Lehrer. Auch Deckel von Konservengläsern seien nicht erwünscht. Am besten sollten Bürger die Deckel, vorsortiert nach Kronkorken oder Verschlüssen und in einer Tüte verpackt in den jeweiligen passenden Behälter legen.

„Auf keinen Fall darf Müll in den Tonnen landen, dies würde viel kaputt machen“, bittet die Klasse. Schütz: „Besonders interessant finden die Schüler, dass sie mit dieser speziellen Sorte Müll Gutes bewirken können.“

Beim Spielen mit einem Kronkorken kam dem 51-jährigen Rambacher die Idee. Wie viel Geld er am Ende beim meistbietenden Schrotthändler erzielen wird, kann der Zeller zwar nicht abschätzen. Auf jeden Fall möchte er mit der Sammelaktion der Elterninitiative den drei onkologischen Kinderstationen, die von ihr unterstützt werden, etwas zurückzugeben. Denn seine Frau Silvia und er fanden bei dem Verein Hilfe, als bei ihrer damals achtjährigen Tochter Svenja 2019 ein bösartiger Nierentumor diagnostiziert wurde. Auf der Station „Regenbogen“ in Würzburg wurde Svenja operiert und mit Chemotherapien behandelt. Noch immer muss sie regelmäßig zur Nachsorge. Der Verein und die von ihm ermöglichte Ausstattung der Kliniken helfe Familien in dieser belastenden Ausnahmesituation enorm, sagt Rambacher. Freunde, Geschäftspartner, Firmen, Vereine, Einkaufsmärkte und Brauereien machen bereits bei seiner Spendenaktion mit.

Während diese bis Jahresende läuft, sammeln die Seßlacher Schüler vorerst bis Schuljahresende, also bis Ende Juli 2022. „Wir freuen uns auf fleißige Unterstützung“, wirbt Klassenlehrer Schütz im Namen aller Beteiligten. Die erste Resonanz lässt die Seßlacher Mitstreiter jubeln: Es wurden bereits Kronkorken mit einem Volumen von circa 150 Litern gesammelt. bkn

Artikel von: Bettina Knauth