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Mehr Biotope für Seßlach

Im und um das Kleinod des Coburger Landes gibt es wenige Flächen, die ökologisch wertvoll sind. Das soll sich ändern. Dafür fließen auch Fördermittel.

Seßlach – Bei seiner Sitzung am Dienstagabend in der Schulturnhalle hat sich der Stadtrat Seßlach mit dem Ökokonzept des Landschaftspflegeverbandes Coburger Land für den Großraum Seßlach befasst. Vorgestellt wurde es durch Frank Reißenweber, Biologe am Landratsamt. Es geht dabei um die Umsetzung des Volksbegehrens zum Artenschutz auf kommunaler Ebene. Dieses umfasst Maßnahmen, die die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft sowie die nachhaltige Nutzung der Naturgüter sicherstellen soll.

Der Referent beleuchtete in seiner Präsentation ökologisch besonders wertvolle Areale – unter anderem das Rasenwässerlein mit Auwald-Resten oberhalb der Seßlacher Siedlung, die Tongruben bei Muggenbach, die Kanzel bei Gemünda mit einer Population der vom Aussterben bedrohten Mohnbiene, die Wahlwiesen bei Oberelldorf, das FFH-Gebiet Alsteraue und das Naturschutzgebiet Althellinger Grund.

„Biotope sind rar im Großraum Seßlach“, meinte Reißenweber. Als wertvolle Beispiele bezeichnete er den Krumbacher Teich mit Amphibienbestand sowie Altwasserauen an der Rodach bei Heinersdorf. Wünschenswert sei die Anlage eines großflächigen Biotops an der Erdschutt-Deponie Autenhausen. Weide-, Streuobst- sowie Magerrasenflächen sollten im Ökokonzept ebenfalls nicht zur kurz kommen. Wert legen solle man auf naturbelassene Gebiete. „An Fördergeldern sollte es nicht scheitern“, sagte Reißenweber. Bei der Umsetzung gelte es zum Beispiel Landschaftspflege- und Naturschutzverbände, Forst- und Waldwirte, Maschinenringe und bäuerliche Genossenschaften für Synergien zu nutzen, ebenso Privatleute. „Viele Vorhaben der Landschaftspflege werden in unserer Kommune bereits umgesetzt oder sind in Planung“, sagte der städtische Geschäftsstellenleiter Bernd Vogt.

Nach siebenjähriger Tätigkeit wurde Stadtrat Rolf Deschner (SPD) aus persönlichen Gründen von seinem Ehrenamt entbunden. Als Listennachrückerin vereidigte Bürgermeister Maximilian Neeb Silvia Tauss.

Nach 17-jährigem Wirken als Braumeister im Kommunbrauhaus Seßlach wurde Reiner Krippner in den Ruhestand verabschiedet. „Er war eine tragende Säule unserer Braukultur, die ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Stadt darstellt. Mit 1400 Hektoliter pro Jahr und insgesamt zirka fünf Millionen Seidla hat er Bierliebhaber aus nah und fern glücklich gemacht“, so das Stadtoberhaupt.

von Hans Haberzettl,