SCHLUSS MIT GEHEIMEM LOBBYISMUS!

 

Sie nehmen unsere Abgeordneten im Geheimen ins Visier und arbeiten mit Millionenbudgets: Mindestens 6.000 Lobbyisten beeinflussen in Berlin die Politik für ihre Auftraggeber.

Weil es im Bundestag kein Lobbyregister gibt, erfahren wir Bürgerinnen und Bürger nicht, welchen Einfluss die Lobbyisten auf Politik und Gesetzgebung nehmen und für wen sie arbeiten.

Dass geheimer Lobbyismus brandgefährlich für unsere Demokratie und das Wohl der Gesellschaft ist, hat erst kürzlich der Dieselskandal auf erschreckende Weise gezeigt.

Wir fordern: Lobbyisten müssen in einem Lobbyregister Auskunft über ihre Einflussnahme auf die Politik, ihr Lobbybudget und ihre Auftraggeber geben!

Begründung

Sehr geehrte Abgeordnete des Bundestags,

Unternehmens- und Wirtschaftslobbyisten setzen Millionenbudgets ein, um Politik im Sinne ihrer Auftraggeber zu beeinflussen. Allein in Berlin sind nach Schätzungen mindestens 6.000 von ihnen unterwegs.

Weil es im Bundestag kein verpflichtendes Lobbyregister gibt, können die Lobbyisten nach wie vor im Geheimen agieren. Welche Gesetze und politischen Entscheidungen sie zu ihren Gunsten beeinflussen, wie hoch ihr Lobbybudget ist und für wen sie arbeiten – wir Bürgerinnen und Bürger erfahren es nicht.

Dabei ist es zwingend notwendig, den Lobbyisten endlich klare Transparenzvorschriften zu machen. Denn wenn politische Einflussnahme hinter verschlossenen Türen abläuft, kann unfaire Vorteilnahme zugunsten zahlungskräftiger Interessengruppen nicht überprüft und ausgeschlossen werden.

Wozu aber geheimer Lobbyismus führen kann und welchen Schaden er an der Gesellschaft anrichtet, hat erst kürzlich der Dieselskandal gezeigt. Über privilegierten und unkontrollierten Zugang zur Politik, konnte die deutsche Autoindustrie jahrelang die Spielregeln bestimmen. Und selbst nach Bekanntwerden des flächendeckenden Skandals, wurden die Verursacher kaum zur Verantwortung gezogen und konnten sogar noch Profit aus dem Skandal schlagen (Stichwort: Umtauschprämie für Dieselautos 2017) – auch das ist Folge der massiven und unkontrollierten Lobbyarbeit der Autoindustrie.

Und erst letzte Woche hat die Affäre um den Abgeordneten Philipp Amthor (CDU) und seine Lobbyjobs erneut gezeigt, wie dringend wir vollumfängliche Transparenz bei diesem wichtigen Thema brauchen.

Dass die Politik bei diesem wichtigen Thema nicht tätig wird, ist unverantwortlich. Dabei gab es schon vielversprechende Vorstöße. So hatten sich Union, Grüne und FDP in ihren Jamaika-Sondierungsgesprächen nach der Bundestagswahl schon auf ein Lobbyregister geeinigt. Und auch Oppositionsparteien wie die Linke setzen sich seit einiger Zeit für ein solches Register ein.

Aus dem Koalitionsvertrag der Großen Koalition aber wurde das Lobbyregister in letzter Minute noch herausgestrichen. Dabei fordert laut Umfragen selbst eine Mehrheit der Lobbyisten mittlerweile ein solches Register[2].

Die häufig vorgebrachten Einwände, ein solches Lobbyregister ließe sich nicht praktisch umsetzen, dürfen nicht gelten!

Zusammen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Rechtsexperten und der Organisation Lobby Control hat abgeordnetenwatch.de bereits 2017 einen Gesetzentwurf für ein Lobbyregister erarbeitet und der Politik vorgelegt.

An die Abgeordneten im Bundestag: Engagieren Sie sich jetzt für eine gerechte Politik und schieben Sie geheimem Lobbyismus einen Riegel vor – sorgen Sie dafür, dass Deutschland ein Lobbyregister bekommt!

https://www.openpetition.de/petition/online/an-die-bundestagsabgeordneten-schluss-mit-geheimem-lobbyismus
Mindestens 6.000 Lobbyisten [1] sind in Berlin unterwegs, um Politik für ihre Auftraggeber zu beeinflussen. Weil es im Bundestag aber kein Lobbyregister gibt, können sie unsere Abgeordneten weiterhin im Geheimen beeinflussen. Unterschreiben auch Sie den Appell, um geheimen Lobbyismus zu stoppen?

 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.