Schuldenabbau und jede Menge Pläne

Einstimmig hat der Stadtrat Seßlach am Dienstag den Haushalt verabschiedet. Dank staatlicher Zuschüsse sind viele Projekte möglich.

Wegen der Corona-Krise wurde die Sitzung des Seßlacher Stadtrats am Dienstagabend in den Kultursaal der Alten Schule verlegt, wo die Räte weiter auseinander sitzen konnten. Statt die umfangreiche Liste abzuarbeiten, beschränkte sich die Tagesordnung auf die Verabschiedung des Haushalts und Informationen zur Corona-Krise.

Kämmerer Fabian Leppert präsentierte ein Zahlenwerk, das im Verwaltungshaushalt gesunkene Gewerbesteuer-Einnahmen durch gestiegene Finanzzuweisungen und niedrigere Umlagen kompensiert: „So ergibt sich unterm Strich eine Zuführung zum Vermögenshaushalt von 1,7 Millionen Euro.“ Insgesamt weist dieser Teilhaushalt Einnahmen und Ausgaben von jeweils 8 686 000 Euro auf. Mit 6 292 500 Euro stieg der Vermögenshaushalt auf ein Rekordniveau. „Der Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegt lediglich bei rund 3,7 Millionen Euro“, so der Kämmerer. Möglich machen dies vor allem staatliche Zuwendungen für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Erneuert werden unter anderem die Wasserleitungen vom Geyersberger Kreuz nach Eckersdorf und in Rothenberg. Vor dem Hattersdorfer Tor und in der Friedrich-Rückert-Straße in Seßlach werden Wasserleitungen und Kanäle ausgetauscht. Außerdem sind die Sanierung der Kläranlage Seßlach, der Anschluss Krumbachs an dieselbige sowie die Erneuerung des Mischwasserkanals in Autenhausen vorgesehen.

Mit Ausrüstungsgegenständen, einem neuen Feuerwehrauto für Heilgersdorf sowie Baumaßnahmen an mehreren Häusern wird auch in die Feuerwehren investiert. Die Schule erhält eine Digitalausstattung und neue Sportanlagen. Saniert werden die Stadtmauer und das Gemeindehaus Oberelldorf, bezuschusst der Anbau der Heilgersdorfer Kita.

„Trotz dieser Vielzahl an Maßnahmen ist eine Neuaufnahme von Darlehen auch in diesem Jahr nicht notwendig“, sagte der Kämmerer. Die Verschuldung der Stadt könne zum Jahresende auf rund 3,12 Millionen Euro gesenkt werde. Wie wichtig der Schuldenabbau ist, zeigte sein Ausblick auf Großprojekte der nächsten Jahre: Feuerwehrhäuser, Stadtmauer-Sanierung, ISEK, Dorferneuerung Gleismuthhausen-Merlach, Neubau der Hattersdorfer Brücke, Breitbandausbau und Sanierung weiterer Kanäle und Wasserleitungen stehen an. „Da zudem staatliche Zuweisungen abnehmen, die Umlagen aber steigen und gleichzeitig die Steuereinnahmen aufgrund der bevorstehenden Wirtschaftskrise mit Sicherheit deutlich zurückgehen werden, ist es nicht ausgeschlossen, dass Seßlach in den kommenden Jahren auf eine Neuverschuldung angewiesen sein wird“, warnte Leppert.

Die Stadträte stimmten der Haushaltssatzung sowie dem Investitionsprogramm mit Finanzplan 2021 bis 2023 zu. Bürgermeister Maximilian Neeb (FW) dankte allen Beteiligten, allen voran Kämmerer Leppert: „Wir haben immer eine goldene Mitte gefunden und können wichtige Projekte umsetzen.“ Dass trotz der Investitionen noch ein Schuldenabbau drin sei, bezeichnete Neeb als „starke Leistung“. Allerdings bleibe wegen der Krise fraglich, wie viele Maßnahmen wie geplant umgesetzt werden können. „Wir werden erst einmal die dringendsten Projekte angehen, falls nicht alles finanziell zu stemmen ist“, gab er die Marschrichtung vor.

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