Tolles Jahr für die Touristiker

In Seßlach freut man sich darüber, dass die Zahl der Übernachtungsgäste gestiegen ist. Nicht nur deshalb zeigt sich die Tourismuschefin hochzufrieden.

Seßlach  „2018 war ein bombastisches Jahr.“ Seßlachs Tourismuschefin Carolin Franz zeigte sich in ihrem Jahresbericht vor dem Stadtrat am Dienstagabend zufrieden. Besonders stolz war sie, dass die Stadt nun zu den 100 Genussorten in Bayern zählt: „Das bedeutet ein Marketingvolumen auf einer Ebene, die wir uns gar nicht leisten könnten.“ Viel Arbeitszeit hat Franz in die Überarbeitung des Internetauftritts und die neue Broschüre der Stadt gesteckt. Außerdem wirkte sie daran mit, dass der Altstadtlauf nach zwei Jahren Pause wieder erfolgreich stattfand.

Zu finden ist die Touristeninformation nun im Heimat- und Stadtmuseum. Dort hält Franz auch einmal im Monat samstags Workshops zu touristischen Themen ab: 2019 geht es unter anderem um Tagesgäste, deren Zahl sie steigern will. „Schonend“ möchte sie den Tourismus ausbauen, sagte sie, „denn unsere Bürger müssen sich hier noch wohlfühlen“. Die Zahl der Übernachtungsgäste stieg 2018 um rund 500 auf 14 872 an. 202 Stadtführungen wurden organisiert.

Fundierte Zahlen zu bekommen, das hat sich Franz für 2019 ebenso zum Ziel gesetzt wie Einnahmen zu generieren und die Stadtkasse zu entlasten. Für die über 10 000 Euro, die sie jährlich für Stadtmarketing ausgibt, muss sie von der Verwaltung keinen Euro verlangen, machte sie deutlich. Das Geld kommt vom Tourismusverein, dessen Geschäftsführung Franz ebenfalls innehat. Eine Verbindung, die immer wieder für Irritationen sorgt. „100 Prozent meiner Arbeit entfallen auf die Stadt“, stellte die Leiterin des Bereichs Tourismus klar. Zu ihren Aufgaben zählen Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthalts- und Erlebnisqualität, zur Erhöhung der Besucherfrequenz und Kundenbindung, Planung von Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Repräsentation, Leitung der Tourismusinformation, Besucherbetreuung und Budgetverwaltung. Durch die Mitwirkung Seßlachs in Netzwerken wie „coburg.rennsteig“, Burgenstraße sowie deren Veröffentlichungen profitiere die Stadt von Marketingmaßnahmen im Wert von rund 100 000 Euro. Der Tourismusverein, der aktuell 77 Mitglieder zählt, habe dagegen am Ende des Jahres „keine 50 Euro auf dem Konto“, betonte Franz, „denn jedes Plus fließt zurück ins Stadtmarketing.“

Schwerpunkt-Themen 2019 und 2020 sind das 30. Jubiläum von Mauerfall und Wiedervereinigung. Dazu findet vom 25. August bis zum 1. September das Internationale Jugendzeltlager der „Gmünder in Europa“ in Autenhausen statt. Höhepunkt wird der Seßlach-Stopp der BR-Radltour am 28. Juli sein. Dazu werden alle Veranstaltungen wie gewohnt durchgeführt. Mit einer Ausnahme: Die „Nacht des Handwerks und der Manufakturen“ wird erst 2020 wieder stattfinden, zusammen mit dem Bierfest dann im Frühjahr.

Auf Kritik an manchen Veranstaltungen 2018 ging Franz ein: „Wir wollen keine Veranstaltung kaputt machen“, betonte sie und bat um Vertrauen. Am Montag, 18. März, wird sie sich Kritikern am letztjährigen Adventsmarkt stellen: „Ich werde erklären, warum manche Dinge so sind, wie sie sind und gern Vorschläge aufnehmen.“

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