Wo gibt’s Farbe fürs Seßlacher Rathaus?

Das Rathaus war nur eins der Themen, das die Narren beim Seßlacher Umzug aufs Korn nahmen.

Nieselregen konnte das Feiern nicht verdrießen: Tausende säumten wieder die Seßlacher Luitpoldstraße, als sich der Faschingszug am Dienstag mit über 50 Wagen und Gruppen vom Geyersberger am Marktplatz vorbei zum Hattersdorfer Tor schlängelte.

Das Seßlacher Rathaus braucht eine Verschönerung nach der Verschönerung: „Ein Rathaus ohne Fachwerk ist wie ein Zebra ohne Streifen“, verkündete die „Frauendiskussionsrunde“: Die Damen laufen seit Jahren beim Seßlacher Faschingszug mit und hatten ihren Handwagen und sich selbst auch heuer wieder aufwendig geschmückt.

Auch das „S-Team“, das mit seinem Wagen das Schlusslicht des Zuges bildete, hatte das blass geratene Rathaus aufs Korn genommen: „Der Stadtrat könnte alles retten: Wir haben die passenden Farbpaletten.“ Mit seinem Wagen, eigentlich einer fahrbaren Partysound-Anlage, sorgten das S-Team nach Ende des Zuges auf dem Seßlacher Marktplatz für Stimmung. „Sie wollten eigentlich aufhören, aber sie sind immer noch dabei“, kommentierte Jens-Peter Scholz, Präsident des Faschingsvereins Seßlach. „Sie können nicht ohne.“

Maximilian Neeb ist als Mitglied des Männerballetts „Mauerschwälbchen“ auch ein alter Faschingshase. Doch der Zug am Dienstag war auch für ihn in gewisser Hinsicht eine Premiere: Er lief erstmals als Bürgermeister (Freie Wähler) mit und hatte sich als ABC-Schütze verkleidet. Sein Vorgänger und nunmehriger Landtagsabgeordneter Martin Mittag (CSU) kam dagegen eher außerirdisch daher, der neue Landrat Sebastian Straubel (CSU) erinnerte an einen Zirkusdirektor. Martin Lücke, Europa-Kandidat der SPD, hatte sich die Europafahne um den Hals geschlungen, und Carsten Höllein, Stadtrat und Kreisvorsitzender der SPD, lief als roter Käfer mit.

Etliche Vereine nutzten die Gelegenheit, auf ihre Jubiläen hinzuweisen: Die Lautertaler Feuerwehr feiert im Sommer Kreisfeuerwehrfest und „50 Jahre Gemeinde Lautertal“, die Landjugend Fechheim will zum 70-jährigen Bestehen „die Sau rauslassen“. Darben musste beim Faschingszug niemand: Die „Mönche“ versorgten das Publikum am Straßenrand mit Kommunbräu, die Bäckerei Schoder verteilte Krapfen und Metzger Markus Brehm gab (kleine) Bratwürste aus.