Maximilian Neeb neuer Bürgermeister in Seßlach

Die Seßlacher wählen den Kandidaten der Freien Wähler mit 53,22 Prozent zum Stadtoberhaupt. Als das Ergebnis feststeht, bricht der 27-Jährige in Tränen aus.

Freudentränen im Rathaus: Als um 18.55 Uhr feststeht, dass er sich bei der Seßlacher Bürgermeisterwahl mit 53,22 Prozent gegen seine Mitbewerber Wolfgang Pfister (CSU – 34,41 Prozent) und Wolfgang Brasch (SPD – 12,37 durchgesetzt hat, brechen bei Maximilian Neeb alle Dämme. „Damit habe ich nicht gerechnet, eher mit einer Stichwahl“, stammelt der hemmungslos weinende Kandidat der Freien Wähler. Ein paar Minuten später hat er sich wieder gefangen und will das Rathaus verlassen, um mit seinen Anhängern und Helfern bei der „Geli“ zu feiern. Doch die waren schneller: Bei strömendem Regen bereiten sie dem künftigen Bürgermeister mit „Maxi, Maxi“-Rufen auf dem Rathaus-Vorplatz einen lautstarken Empfang. Vater und Mutter waren die ersten Gratulanten. 

Dass Maximilian Neeb die Wahl gewinnen wird, hatte sich bereits nach der Auszählung in den ersten drei Wahllokalen angedeutet. In Gemünda hatte er mit 76,15 Prozent die Nase vorn, im Pfarrzentrum Seßlach mit 46,94 und in seinem Geburtsort Oberelldorf mit 66,09 Prozent. So ging es dann quasi im Minutentakt weiter. In Autenhausen fuhr er 66,08 Prozent ein, in Heilgersdorf 49,17 und in Dietersdorf 49,49 Prozent. Gegen 18.28 Uhr war eigentlich klar, dass Neeb diesen Wahlgang für sich entscheiden würde. Aber ob es unterm Strich nach Auszählung aller Stimmen auch für die absolute Mehrheit von 50+X reichte, war zu diesem Zeitpunkt noch offen. Zumal CSU/LV-Kandidat Wolfgang Pfister zwei Minuten später im Wahllokal Schule-Seßlach mit 56,60 Prozent in der Gunst vorne lag und sich damit – je nach Ausgang der Briefwahl – eine minimale Chance auf die Stichwahl wahrte. Doch 20 Minuten später musste der 2. Bürgermeister seine Hoffnungen endgültig begraben. Auch die Briefwähler votierten mit 50,26 Prozent mehrheitlich für Maximilian Neeb.

Als Wahlleiter Bernd Vogt im Rathaus um 18.52 Uhr das vorläufige Endergebnis verkündete, gratulierten Pfister und Brasch dem Sieger per Handschlag. „Ich freue mich für meinen Freund und Feuerwehrkollegen Maximilian“, sagte Brasch, der wegen einer plötzlichen Erkrankung mehrere Wochen keinen Wahlkampf führen konnte. Mit seiner Kandidatur habe er ein „Stück Lebenserfahrung“ dazugewonnen, zumal man sich „als SPD-Kandidat in der heutigen Zeit ohnehin schwer tut“. Alles in allem sei er nicht enttäuscht ob des eigenen Abschneidens.

Anders Wolfgang Pfister. Vermutlich hatte der Kriminalbeamte und 2. Bürgermeister mit einem anderen Ergebnis gerechnet: Ohne sich zum Ausgang und zum eigenen Resultat zu äußern, verließ er mit seiner Familie das Rathaus.

Maximilian Neeb versuchte derweil, seiner Tränen Herr zu werden, was ihm nicht wirklich gelang. „Ich freue mich natürlich riesig über das große Vertrauen der Seßlacher und werde alles tun, dem gerecht zu werden“, verwies er mit tränenerstickter Stimme auf die großen Herausforderungen, vor denen er und der Stadtrat stehe. Und: „Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass es heute noch keine Entscheidung gibt. Deshalb habe ich mich auf eine Stichwahl in zwei Wochen eingestellt.“

Mit diesem Szenario hatte auch Hendrik Dressel fest gerechnet. „Dass der Maximilian gleich auf Anhieb gewinnt, ist fantastisch. Ich freue mich riesig für ihn“, jubelte Dressel, der 30 Jahre lang von 1984 bis Ende April 2014 als Bürgermeister maßgeblichen Anteil an der Entwicklung Seßlachs hatte. Er sei sich sicher, dass sein Nach-Nachfolger das Amt nach bestem Wissen und Gewissen ausüben werde. „Ich freue mich aber auch über den fairen Umgang aller drei Kandidaten im Wahlkampf“, ergänzte Dressel und verband damit die Hoffnung „auf eine gute Zusammenarbeit im Stadtrat über alle Parteigrenzen hinweg“. 

Ähnlich äußerte sich auch Jürgen Schramm, der vor fünf Jahren den Vorsitz der Seßlacher Freien Wähler an Maximilian Neeb („Das war eine gute Entscheidung“) abgetreten hatte. Der künftige Bürgermeister verfüge trotzt des jungen Alters über viel kommunalpolitische Erfahrung. „Er kann das und wird alles für eine gute Zukunft der Stadt tun.“

  • Veröffentlicht von Neue Presse

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