Die Seßlacher „Mönche“ stärkten sich für 2019

Mit Kraft und Elan ins Jahr 2019: In Seßlach wurde nach dem Dreikönigsgottesdienst ein spezielles untergäriges Pilsner getrunken. Es soll alle beleben.


Zum „Stärk‘ antrinken“ mit dem Bier aus dem Kommunbrauhaus luden die Seßlacher Brauhausfreunde am Dreikönigstag erneut in den Pfarrsaal. Mit einem oder gleich mehreren Seidla konnten sich Einheimische wie auswärtige Gäste für kommende Aufgaben und gegen mögliches Unheil im neuen Jahr wappnen. Von rechts: Stefan Pachsteffl, Mario Schleicher, Manfred Eichler, Boris Pöhner, Thomas Rauscher, Alexander Schoder, Volker Reißenweber und Uwe Schmidt. Foto: Bettina Knauth

Nicht nur für die Freunde des Seßlacher Kommunbräus ist es ein Pflichttermin: das Stärkeantrinken im Pfarrsaal am Dreikönigstag. Und so kamen auch am Sonntag wieder über 200 Seßlacher und auswärtige Besucher, um sich bei dem einen oder anderen Humpen Hausbrauerbier Kraft und Mut für die Herausforderungen des soeben angebrochenen Jahres anzutrinken. „Wir sind gewappnet und haben 360 Liter Bier gebraut“, berichtete Stefan Pachsteffl von den Brauhausfreunden Seßlach zu Beginn.

Zum Umtrunk lädt traditionell diese Bürgerinitiative ein, die sich seit 2004 um den Erhalt der Seßlacher Braukultur kümmert. Zum 675. Jubiläum der Verleihung des Stadtrechts hatten die selbst ernannten „Mönche“ mit ihrem „Abt“ Pachsteffl 2010 den alten (ober)fränkischen Brauch wiederbelebt, sich am 6. Januar „die Stärk“ anzutrinken. Nicht von ungefähr, wird doch seit 1335, als Kaiser Ludwig der Bayer Seßlach das Stadtrecht verlieh, in dem Ort Bier gebraut, noch heute im letzten städtischen Kommunbrauhaus Oberfrankens. Mit dem Stärkeantrinken nach dem Dreikönigs-Gottesdienst wurde am Sonntag zum neunten Mal der Tradition gefrönt. Früher fand das gesellige Event in ganz Franken am Vorabend des 6. Januar statt, der bis 1691 den Beginn des neuen Jahres markierte.

Gestärkt, nicht betrunken

Stärke antrinken geschieht in Seßlach nicht etwa mit Starkbier. „Wir wollen die Besucher ja nicht betrunken machen“, beteuert Pachsteffl, „sie sollen sich ja stärken“. Der „Obermönch“ erinnert daran, dass im Grunde zwölf Krüge getrunken werden müssten, einen für jeden Monat, damit die Stärke auch bis Jahresende ausreicht. Mit rund fünf Prozent verlieh das untergärige Pilsner pro Krug zwar weniger „Kraft“ als Bockbier, was aber durch die höhere Quantität an „Seidla“ wettgemacht werden könnte.

Viel Kraft und Schwung brauchen die Brauhausfreunde selbst fürs neue Jahr. Erneut sollen viele Arbeitsstunden in den Umbau der „Alten Schmiede“ gleich neben dem Kommunbrauhaus fließen. Sie soll zukünftig als Ausschank- und Aufenthaltsraum dienen. „Wir hoffen, die Schmiede noch in diesem Jahr fertigstellen zu können“, zeigte sich Pachsteffl zuversichtlich. Die offizielle Einweihung soll nach Abschluss aller Arbeiten am 11. Juli 2020 beim 3. Brauhausfest gefeiert werden.

270 Liter ausgeschenkt

Rund 270 Liter Kommunbräu wurden am Sonntag aus den großen Fässern ausgeschenkt. Zum Frühschoppen gab die Stadtkapelle Seßlach unter der Leitung von Dirigent Michael Bauer den zahlreichen Gästen im Seßlacher Pfarrsaal neben der flüssigen Stärke noch zusätzlichen Schwung mit auf den Weg durchs Jahr 2019. Vorbei schauten auch die Sternsinger, die anschließend durch Seßlach zogen, um die Häuser der Bewohner zu segnen.

[jcf-value field=“_field_selectmultiple__1535529160″]

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.