Seßlach rückt verstärkt in den Sanierungs-Fokus

In den nächsten Jahren will der Landkreis im Stadtgebiet viele Straßen- und Brückenmaßnahmen realisieren. Den Anfang macht die Ortsdurchfahrt von Heilgersdorf.

Spurrinnen, Senkungen, Risse: Der Allgemeinzustand der Kreisstraßen im Stadtgebiet von Seßlach ist alles andere als rosig. Gleiches gilt für einige Brücken. Nachdem nun Großprojekte und finanzielle Schwergewichte wie beispielsweise die CO 13 bei Ebersdorf abgeschlossen sind, will der Landkreis in den nächsten Jahren seine Verkehrsinfrastruktur im Stadtgebiet auf Vordermann bringen.

„Wir haben im Zuge der Gebietsreform vor mehr als 50 Jahren die Straßen in schlechtem Zustand von Staffelstein übernommen“, begründete Tiefbau-Fachbereichsleiter Jürgen Alt am Dienstag bei der Besichtigungsfahrt des Bauausschusses, warum Seßlach künftig verstärkt in den Sanierungs-Fokus rückt. Nachdem im Juli die neue Brücke in Schloss Wiesen für den Verkehr freigegeben wurde, beginnt im kommenden Jahr der Ausbau der arg in Mitleidenschaft gezogenen Ortsdurchfahrt von Heilgersdorf. In einem ersten Abschnitt wird die Rothenberger Straße auf einer Länge von 370 Metern von der Kirche bis zur Brücke über den Bischwinder Graben erneuert. Die dazu erforderliche Ausschreibung sollen Jürgen Alt zufolge in Kürze erfolgen. Nach jetzigem Stand startet 2020 der zweite und 460 Meter lange Abschnitt (Kirche bis Ortsende Richtung Rothenberg).

Zu berücksichtigen sei die Forderung der Regierung von Oberfranken nach verbesserten Sichtverhältnissen, sagte Alt. Außerdem sei im Bereich der Kirche eine enge Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege erforderlich. Parallel zum Ausbau der Ortsdurchfahrt erneuere die Stadt die Gehwege.

Eine neue Decke soll die 1968 errichtete und mit täglich 3500 Fahrzeugen stark frequentierte Coburger Straße – auch Schulberg genannt – in Seßlach bekommen. Nachdem das für solche Maßnahmen auf 500 000 Euro begrenzte Budget für 2019 komplett längst verplant ist, erfolgt die Realisierung wohl erst ein Jahr später. Nutzen möchte man dabei die Sommerferien, um Schulbetrieb-Einschränkungen möglichst gering zu halten. Vorgesehen ist die Erneuerung der Fahrbahndecke vom Hattersdorfer Tor bis zur Wefa (1,4 Kilometer). Offen bleibt, ob die Stadt auch die Gehwege auf Vordermann bringt und die Bushaltestelle barrierefrei gestaltet. „Wir können und wollen die Kommune finanziell nicht überfordern“, sagte Alt.

Auf der Seßlach-Liste des Landkreises stehen außerdem die Sanierungen der Brücken über die Kreck (2020) und die Rodach (2019) in Gemünda, der Ausbau der Straße zur Gehegsmühle sowie die Generalsanierung der CO 25 zwischen Seßlach und Watzendorf (2019).

Bei der anschließenden Sitzung im Landratsamt informierte Kreiskämmerer Manfred Schilling den Bauausschuss über eine Kostenmehrung um 30 000 Euro bei der CO 13 (Umgehung Ebersdorf). Ursache seien „nicht vorhersehbare Maßnahmen“, deren nachträgliche Förderung nicht möglich sei. Unter anderem dienten diese dazu, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, verwies Jürgen Alt auf das „Falschfahrerproblem“ im Kreuzungsbereich B 303/CO 13. Stellvertretender Landrat Rainer Mattern stellte sich hinter seinen Fachbereichsleiter: „Er hat Verantwortung übernommen und die richtigen Entscheidungen getroffen.“ Dem schloss sich das Gremium an und bewilligte die Mehrkosten einstimmig.

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