11.11.2018 Gemünda soll aufblühen

5000 Blumenzwiebeln wurden am Samstag gepflanzt. Sie sollen im Frühling den Ortseingang mit viel Gelb und Weiß verschönern.

Mit Spaten bewaffnet laufen Horst Heubner und Willi Franz an Samstagmorgen zum Ortsausgang von Gemünda Richtung Dietersdorf. Sie sind nicht allein, auch vor und hinter ihnen drängen gegen halb zehn Uhr Bürger des Seßlacher Stadtteils zum Treffpunkt des großen „Narzissen-Zwiebel-Versteckens“. „Da können wir ja gleich wieder heimgehen“, kommentiert Franz augenzwinkernd den Aufmarsch von rund 25 freiwilligen Mit-Pflanzern. Arbeit wartet auf alle genügend an diesem kühlen Herbstmorgen, denn Gärtnermeister Hubert Hannig hat 5000 holländische Blumenzwiebeln besorgt. Aus ihnen sollen im Frühjahr die gelben „Pueblo“- und die weißen „Quail“-Narzissen erblühen. Hannig: „Beides sind duftende Sorten.“

Im Rathaus blieb man stumm

Im letzten Jahr setzte der Fachmann mit Narzissen Farbakzente an markanten Punkten rund um die Seßlacher Altstadt. Doch dieses Jahr sei aus dem Rathaus keine Resonanz gekommen, berichtet er. Davon erfuhr Hermann Gossenberger von der Stiftung „1150 Jahre Dorfgemeinschaft Gemünda“ und holte spontan die diesjährige Pflanzaktion in seine Heimatstadt. Als Organisator gewann er den Obst- und Gartenbauverein (OGV). Mit der Resonanz zeigt sich der umtriebige Gemünner sehr zufrieden, sie stehe für die Verbundenheit der Einwohner. „Bei der Stadt habe ich einen Antrag auf Zuschuss gestellt“, fügt Gossenberger hinzu, immerhin gehöre die Fläche am Ortseingang der Stadt.

Bank mit buntem Ausblick

„Das wird ein schönes Bild!“, zeigt sich Werner Pfeuffer schon jetzt überzeugt. Pfeuffer baute mit Franz und Heubner gemeinsam die hier vor kurzem aufgestellte Bank. Wanderer oder Radfahrer, die an dieser Stelle die Staatsstraße 2204 überqueren müssen, finden auf ihr nun Rast. Unweit der Bank schwingt Pfeuffer jetzt seine Hacke. Tatkräftig beim Pflanzen unterstützt ihn Nachwuchs der Familie Gossenberger: Die sechsjährige Elena legt die Zwiebel in das Loch, ihr zwei Jahre älterer Bruder Finn tritt es zu. „Und Papa Mathias macht gar nichts“, kommentiert der Junior keck, mit Blick auf Mama Nina, die einige Meter weiter mit Sandor und Mariandel Aladi ein Team bildet.

Die ganze Familie buddelt mit

Zu Beginn hat Hannig alle eingewiesen. Bärbel Hämmelmann freut sich: „Eine schöne Aktion. Ich bin schon gespannt, wie es im Frühling aussieht“, fügt sie hinzu. Auch bei den Elsners ist das Narzissen-Pflanzen „Familiensache“: Während Vater Stefan noch mit der Schnur kämpft, trifft seine Frau Christine beim Löchergraben auf einen Stein. „Das muss der Papa machen“, sagt sie zu ihren Söhnen Tim (5) und Jan (11).

Die jüngste Gärtnerin ist eins

Anna Behlau hat die jüngste Helferin dabei: Ihre Tochter Thea zählt gerade mal ein Jahr, bekam aber genauso ein Schäufelchen in die Hand wie ihr älterer Bruder Fritz (2,5). „Das ist auch für die Kinder schön“, meint die Mutter, „im Frühling kann ich ihnen dann erzählen: Da wart ihr dabei!“.

Noch während die Pflanzaktion lief, hat mancher schon die nächste Aktion im Dorf im Kopf: „Ich habe gehört, du gestaltest auch ein Adventsfenster?“, sprach Mariandel Aladi gleich zu Beginn Willi Franz an. Bei diesem besonderen „Gemünner Adventskalender“ werden 24 Bürger in diesem Jahr wieder abwechselnd ein Fenster ihres Hauses gestalten und auf diese Weise an den vorweihnachtlichen Abenden erneut die Einwohner zusammenführen.

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